Blende

Darum ist die Blende beim Fotografieren so wichtig

Durch die guten Kameras in den heutigen Smartphones werden Millionen, wenn nicht Milliarden Fotos am Tag geschlossen und normalerweise macht man sich keine Gedanken über die Blende. Muss man in dem Fall nicht, da es dort auch wenig Einstellmöglichkeiten gibt. Wenn man sich eine höhenwertige Kamera kauft, kommt man mit Begriffen wie ISO, Belichtungszeit und Blende eventuell eher in Kontakt.  Muss aber nicht sein, denn ich hatte mir vor etlichen Jahren eine Spiegelreflex-Kamera mit Kit-Objektiv gekauft und einfach drauf los fotografiert. Mit der Zeit nahm das Interesse ab und die Kamera verschwand in der Versenkung, da mir auch die Bilder vom Smartphone ausreichten.

Seit kurzem bin ich aber etwas aktiver auf Instagram unterwegs und da stieg der Anspruch an schönere Fotos, die ich dort teilen wollte. Und da es nicht ausreicht, nur Bilder mit einer teuern Kamera zu machen, habe ich mich auch etwas mit der Technik auseinander gesetzt. Und da kommt man unweigerlich mit dem Thema „Blende“ in Berührung.

Die technische Seite der Blende

Im Prinzip ist die Funktion der Blende relativ einfach. Die Blende stellt über eine Mechanik ein, wieviel Licht durch das Objektiv fällt. In den meisten Fällen verschieben sich interne Bleche kreisförmig, so dass mehr oder weniger Licht durch die entstehende Öffnung gelangt.

Blende mit verschiedenen Grössen

Aber welchen Einfluss hat jetzt die Blendenöffnung?

Zum einen besteht dort ein direkter Zusammenhang zur Belichtungszeit. Durch eine große Öffnung fällt in gleicher Zeit mehr Licht wie durch eine kleine Öffnung. Damit kann die Belichtungszeit kürzer ausfallen. Objektive, bei denen sich die Blende weit öffnen lässt, nennt man auch lichtstarke Objektive. Gerade bei dunklen Lichtverhältnissen kommt man so zu besseren Ergebnissen, da mehr Licht in der gleichen Zeit „eingefangen“ wird.

Der zweite Punkt ist die sogenannte Schärfentiefe. Bei einer kleinen Blendenöffnung werden die Unschärfekreise durch einen spitzeren Lichtkegel kleiner. Dadurch vergrößert sich der Bereich, in dem Gegenstände scharf dargestellt werden. Die folgenden Fotos wurden mit 2 unterschiedlichen Blendeneinstellungen geschossen:

grosse Blende
große Öffnung der Blende

 

kleine Blende
kleine Öffnung der Blende

Somit bietet einem die Einstellung der Blendenöffnung ein künstlerisches Gestaltungsmittel. Während man bei Landschaftsaufnahmen eher einen große Schärfebereich wählt, setzt man beim Porträt eher auf geringen Bereich der Schärfe, um das wichtige Objekt freizustellen.

Blendenzahlen

Die Blendenzahl findet man  normalerweise auf dem Objektiv selbst. Was am Anfang etwas irritierend ist, ist die Tatsache, dass ein kleinerer Blenden-Wert für eine größere Blendenöffnung  steht. Die Blendenzahl errechnet sich aus dem Quotienten von Brennweite und Blendendurchmesser. So lässt die Blende f/1,4 doppelt so viel Licht durch wie f/2,0.

Es gilt also: kleine Blende -> große Blenderöffnung -> großer Lichteinfall

Generell besitzen Objektive mit Festbrennweite eine kleinere Blendenzahl als Zoom-Objektive (außer man bezahlt ein kleines Vermögen). Hier komme ich nochmal auf mein Kit-Objektiv bei Kauf der Kamera zurück. Das Objektiv hat eine Blendenzahl von f/3.5 – 5.6 bei 18-55mm Brennweite. Damit bekommt man in der Regel kein schönes Bokeh (so nennt man auch den oben beschriebenen unscharfen Bereich) hin und man sollte auf jeden Fall in ein lichtstarkes Objektiv mit Festbrennweite investieren.

Schreibe einen Kommentar